(c) Henri

Gestatten? … Mein Name ist Hanni … Hannibal.

Geboren 2010, seit 2011 auf eigenen Füssen, sorry Rädern.

Bevor ich meine neuen Besitzer, die Monkeys, kennengelernt habe, war ich schon 3 Mal um die Erde gereist. Na ja … um ehrlich zu sein, handelte es sich zu Beginn nicht um Reisen, sondern eher um harte Arbeit. War zuerst bei einer Service-Firma angestellt, die Windturbinen in Deutschland gewartet und repariert hat. Danach durfte ich 2015 für einen kurzen Moment das Herz eines Träumers erfreuen. Er wollte mich nach Brasilien mitnehmen. Leider haben die Einfuhrvorschriften Brasiliens meine Reise in den Süden schnell zu Nichte gemacht. Als vorletzte Station weilte ich, oder eher gesagt, langweilte ich mich in der Garage eines Fahrradverkäufers. Er hatte zu wenig Zeit für mich. Da er ein neues Geschäft eröffnet hatte, verkaufte er mich 2018 an meine neuen Besitzer.

Und jetzt … und jetzt ist «rock and roll» angesagt … endlich! Ich konnte die Gespräche der Monkeys belauschen: Sie planen Reisen ans Ende der Welt, in fremde Länder – im Norden sowie im Süden, in den Bergen sowie in der Wüste. Freude herrscht. Endlich … endlich darf ich meine Fähigkeiten, meine Qualitäten, meine Vorzüge an den Tag bringen. Meine 132 Pferden sind schon aus dem Häuschen.

Hier mein Steckbrief:

Marke:Toyota (What else?)
Typ:Landcruiser HZJ 78
Hubraum:V6 / 4.2l
PS:123
Treibstoff:Diesel
Tacho:                                 156’000 km (Stand September 2021)
Bereifung:BFGoodrich AT 235/85/R16
Besondere Kennzeichen: Leichte Beulen und Kratzer in der Seitentüre (Fahreseite), keine Elektronik und kein Rost

Ja soweit so gut. Wie ihr sieht, ich stehe noch in meiner pubertären Zeit. Jung, dynamisch und … ready to go. Hmm … ich hätte es fast vergessen. Meine neuen Besitzer waren der Meinung, ich sehe etwas «mager» aus. «Nur Blech und Reifen» haben sie gesagt. Da beide Monkeys über zwei linken Händen verfügen, wurden die Arbeiten durch Fachleute durchgeführt (zum Glück für mich). Kein Pfusch, keine unnötige Bohrerei.

So schickten sie mich durch einer drei-Phasen-Überholungs-, Verjüngungs- und Verschönerungskur.

Es war von Anfang an klar bei wem diese Arbeiten durchgeführt werden sollten. In Thun scheint ein wahrer Meister für diese Arbeiten zu leben. Thun ist übrigens auch der Geburtsort einer meiner Besitzer. Welcher Zufall. Ich werde hier am Ende auch neugeboren sein.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt (… und ich übertreibe es nicht … es hat bei mir richtig gekitzelt):

  • Erneuerung der ganzen elektrischen Leitungen und Verbindungen
  • Ausbau der Wasserstandheizung
  • Montage einer zweiten Batterie (AGM 92Ah)
  • Installation eines zusätzlichen Dieselfilters Racor (sicher ist sicher)
  • Installation eines Intelligent Battery System (IBS)
  • Installation eine Luftkompressor (ARB Twin Compressor) für die Bedienung der Differentialsperren und für das Pumpen der Reifen)
  • Installation von ARB-Differentialsperren (Airlockers vorne und hinten)
  • Revision der Getriebe und Verteilergetriebe
  • Revision und Verstärkung der Getriebe (Revisionskit Terrain Tamer)
  • Ersetzen der Kupplung durch ein stärkeres Modell (Extreme Outback)
  • Montage einer Motor- und Getriebeschutzplatte
  • Abdichten des Hauptschalters der Seilwinde (gegen Wasser und Feuchtigkeit)
  • Hohlraumbehandlung (eine richtig schmierige Sache!)

Willst du auffallen … auf eine schönen «Frise» kommt es an.

Meine Besitzer waren von der Idee eines Hubdaches sehr angetan. Trotzt meiner kompakten Massen einen relativen grossen Innenraum durch einen Hubdach geniessen zu können ist nicht nur praktisch, aber auch schön. Darüber hinaus kann der Hubdach als «Sonnenkollektor» eingesetzt werden.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

Und jetzt … jetzt kommen wir zu den inneren Werten! Es darf nicht nur schön sein, auf den inneren Werten kommt es an. Zum Thema Innenausbau muss ich aber leider grossräumig einholen. Die Monkeys haben lang darüber «gebrütet» wie dies aussehen sollte. Haben etliche 3-D-Zeichnungen selber angefertigt, alle mögliche (und finanzierbare) Varianten geprüft und gegeneinander verglichen. Nächtelang vor dem Computerbildschirm haben sie Bildergalerien durchgeforstet, von denen die es gewagt hatten, selber umzubauen, von bekannten und unbekannten Umbaufirmen. Viele Idee, viele praktische Varianten, von archaisch (die Neandertaler-Variante) bis Hightech. Für kleine Budget bis zu «no limits». Von lauter Bäumen haben sie bald den Wald nicht mehr gesehen. Zweimal waren sie in Bern an die Wohnmobil-Messe um «Ideen zu sammeln». Aus dem «Sammeln» wuchs noch mehr die Unsicherheit «das» Richtige zu tun.

Darüber hinaus erwies sich die erste Wahl des Umbauers (Frühling-Sommer 2018) als sehr unglücklich. Zwar hatte er gute Projekte vorzuweisen, aber für unbekannten Gründen brach er nichts Konkretes zusammen. Die Monkeys haben sehr viel Zeit somit «verlölet». Ärger und Wut blieb zurück. Die Zeit für den Umbau verging wie Sand zwischen den Fingern. Sie planten in Sommer 2019 mit mir nach Sardinien zu reisen, die Fähre und die Agrotourismen waren bereits gebucht.

Nachdem sie den ersten Umbauer ins Pfefferland geschickt hatten, wendeten sie sich an 2 Junge, die mit viel Geschick und gutem Design Hand auf Wohnmobile und Expeditionsfahrzeuge legten. Leider arbeiteten die nur Teilzeit an ihre Umbauprojekten und so wäre die Reise nach Sardinien infolge der sehr langen Anfertigungszeiten ins Wasser gefallen. Die Zusammenarbeit erstickte somit bereits zu Beginn.

Als letzter Anker fragten sie die Person, die bereits die Phasen 1 und 2 erledigt hatte. Trotzt sehr engem Terminplan und den Ausfall eines Mitarbeiters brachte er ein Wunder zusammen. Gerade knapp 1 Woche vor der Abreise nach Sardinien wurde ich fertig gestellt. «Putzt und strehlt» stand ich da auf dem Garage-Parkplatz als am Samstag 1. Juni 2019 die Monkeys mich in Thun abholten. Ihr hätte ihre Augen sehen sollen! Bewunderung, Erlösung, pure Freude … (bis die Rechnung kam!).

Der Innenausbau wurde mit Casemakerprofilen aus beschichteten Sperrholzplatten (werden für den Küchenbau eingesetzt) realisiert.

  • Sitzbankreihe mit dreiteiligen Innenaufteilung (Food, Kleider, Recovery Gears, Technik und Gas)
  • Staubox im Mittelgang (Port a Potti)
  • Hochschrank hinter Fahrersitz (50l Wassertank + Staufächer)
  • Kühlboxschrank (Waeco 36l)
  • Küchenmöbel mit Kochherd (der Kochherd kann auch an einem externen Gasanschluss gekoppelt werden)
  • Küchenmöbel mit Lavabo, ausziehbarer Brause und Rako-Boxen
  • 3 Esstische (einsetzbar im Mittelgang für die Erweiterung der Auflagefläche. So kann man im Notfall aus der Sitzbank eine zusätzliche Liegefläche realisieren)
  • LED-Beleuchtung oberhalb der Kochfläche

2020

Nach meiner Reise in Island habe ich für beide Differentiale längere Entlüftungsschläuche bekommen. Darüber hinaus wurden zur hinteren Stosstangen zwei Ansatzpunkte für den Highlift-Jack angeschweisst und die Anhängerkupplung entfernt.