Kürzegeschichte über das Kreuz mit dem einlagigen WC-Papier

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Design WC-Hüsli
  • Beitrags-Kommentare:Ein Kommentar
  • Beitrag zuletzt geändert am:März 29, 2024
  • Lesedauer:3 min Lesezeit

Bereits zu Beginn unserer Reise in Island ist uns aufgefallen, wie dünn das WC-Papier in den Toiletten-Anlagen ist. Eben einlagig. So dünn, dass es fast durchsichtig ist und es locker als Fensterscheibe eingesetzt werden könnte. So dünn, dass es bereits beim Anschauen in Fetzen zerfällt .

Nichts gegen einlagiges WC-Papier, aber … mit diesem Tatbestand sind ein paar unüberwindbare Unannehmlichkeiten verbunden.

Zuerst ist die „Einlagigkeit“ für bestimmte Benutzer problematisch. Ja, die Welt der WC-Papier-Verbraucher ist zweigeteilt. Die einen sind die sogenannten „Falter“, die das WC-Papier säuberlich entlang der perforierten Linie falten und die anderen sind die „Knäuler“, die es meterweise zu einem Knäuel formen, bevor sie es einsetzen. Die “Falter“ sind normalerweise die ökologisch bewussten Menschen unter den Verwendern. Für sie sind zwei bis drei WC-Papier-Segmente genügend, um sich zu reinigen. Irrtum! Grosser Irrtum. Zwei bis drei Segmente dieses Papiers genügen nicht, um sich dem Druck der Finger zu widersetzen. Uns so werden diese Menschen beim erstmaligen WC-Besuch des Besseren belehrt.

Für die „Knäuler“ stellt sich dieses Problem nicht … falls sie ihre benötigten „Meter“ Klopapier überhaupt vom Halter abrollen können. Die in den Haltern eingesetzten WC-Papier-Rollen haben die Grösse eines PW-Ersatzrades und lassen sich entsprechend schlecht drehen. Sie sind tief im Halter versteckt. Um zum Anfang des Klopapiers zu gelangen, muss der Benutzer tief mit der Hand in die Öffnung des Halters eindringen, was wegen der gezackten Reisskante des Papierhalters nicht ungefährlich ist. Gelingt es ihm, den losen Anfang der WC-Rolle zu ergreifen, bricht dieser beim ersten Ziehen unmittelbar nach der ersten Perforierung ab. Versucht er danach nochmals nach dem losen Ende zu greifen, ist dieses nicht mehr zu finden. Durch irgendwelche elektrostatische Aufladung, klebt dieses so fest an der Papierrolle, dass ein mehrmaliges Drehen der Rolle (von Hand) nötig ist, um das lose Klopapierende wieder freizukriegen. Dabei ist man gut beraten, sich zuerst in die Finger zu spucken. Man stelle sich vor, wie oft diese peinliche Prozedur wiederholt werden muss, bis man „genügend“ Papier in der Hand hat, um „sein Geschäft“ endlich zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Für die ganz reinlichen unter uns … eine richtige Qual!

Aber eben … ein Katastrophe kommt selten allein. Die Toiletten auf vielen Campingplätzen sind sehr „klein geraten“. Wir wissen nicht, wer dem Planer oder Architekten für die Konzeption „Modell“ gestanden ist. Hünen waren es bestimmt nicht. In den Kabinen kann man sich kaum bequem bewegen, insbesondere wenn man sie in voller Montur (Regenhosen, Faserpelz und nasse Regenjacke) betritt. Aus hygienischer Gründen setzen sich die meisten Personen nicht auf die WC-Schüssel. So verrichtet man, was verrichtet werden muss, in einer Bernhard Russi-Stellung. Ja … die Oberschenkelmuskeln fangen, insbesondere bei den Untrainierten oder bei Menschen bei denen das Geschäft „nicht so gut läuft“, sehr schell an zu zittern. Nach kurzer Zeit übersäuern sich die Muskeln und beginnen zu schmerzen. In diese Position, mit diesen Schmerzen und mit dem unsauberem Po beginnt dann der Kampf mit dem einlagigen WC-Papier.

Wenn man endlich die WC-Kabine verlässt, trifft man auf den Benutzer der Toilette von nebenan. Er hat den Blick des Erstbesteigers des Mount Everest. Abgekämpft aber trotzdem stolz, dass er es auch geschafft hat.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Felix

    Aha, ich bin also ein Faltertyp. Das mit den Knäueln wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ich hätte wohl Mühe, mit einem Knäuel „Ground Zero“ genau zu treffen. Schlimmer: Wenn man mit einem Knäuel wischt oder reibt, so stelle ich mir vor, wird der Dreck an besagter Stelle breit verteilt. An einem GMP-Reinigungskurs habe ich gelernt, dass man reinigt, indem man mit dem sauberen Lappen von sauber nach schmutzig streicht. Mach das mal mit dem Knäuel und schau was passiert 🙁

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